Grabbepflanzung für den Frühling

Vergänglichkeit und Erneuerung gehören zum Kreislauf der Natur. Nach kargen Wintertagen können zahlreiche Frühlingsblüher mit willkommenen Farbtupfern zum Start in den neuen Blütenreigen auf dem Grab beitragen.

Wem es nicht behagt, nach der Schneeschmelze während langen Wochen bis in den März hinein farbloses Deckreisig und vom Winter gezeichnete, braune Heidepflanzen auf dem Grab zu sehen, entscheidet sich für eine Grabbepflanzung mit Frühlingsblühern. Werden diese bereits im Herbst gesetzt, haben sie Zeit zum Einwurzeln und zeigen im Spätherbst bei guter Witterung noch die eine oder andere Blüte, um dann im Frühling so richtig schön aufzublühen.

Wenn statt einer Grabbepflanzung im Winter Deckreisig und ein Grabkissen oder Wintergesteck das Grab schmückt, erfolgt die Grabbepflanzung der Frühlingsblüher erst anfangs März. Gegenüber der Pflanzung im Herbst bringt dies den Vorteil, dass die Frühlingsblüher nicht draussen überwintern mussten und so von allfälligen Winterschäden verschont wurden. Sie werden im Gewächshaus gezogen und blühen dadurch genau zum gewünschten Zeitpunkt – ganz unabhängig von der Witterung. Solange der Frühling kühl bleibt und keine Sommertemperaturen herrschen, wird die Frühlingsbepflanzung bis Anfang Juni schön aussehen.

Die 10 besten Frühlings-Pflanzen für die Grabbepflanzung

1. Das Hornveilchen (Viola cornuta) als Grabbepflanzung für den Frühling

Das wintergrüne Hornveilchen stammt aus den Pyrenäen, wo es noch bis in Höhen von 2500 Metern anzutreffen ist. Dementsprechend hart ist es im Nehmen. Wintertemperaturen bis – 20° Celsius stellen es vor keinerlei Probleme, weshalb es sehr oft bereits im Herbst auf die Gräber gepflanzt wird. Es bildet leicht kriechende Triebe und wächst damit teppichartig, was seine Bedeutung für die Grabbepflanzung erklärt. Das Hornveilchen ist eines der beliebtesten Frühlingsblüher für die Grabbepflanzung. Sobald die Temperaturen steigen, gedeiht es buschig und blüht richtig schön auf, ohne vorschnell aufzuschiessen. Es gibt unzählige Farbnuancen, die, zum Beispiel mit Zwiebelblühern kombiniert, wundervolle Farbspiele ermöglichen. Das Hornveilchen blüht übrigens nonstop bis im Mai. Wird es Anfang Mai zurückgeschnitten, kann die Blütezeit nochmals deutlich verlängert werden.
Empfehlenswerte Kombinationen für die Grabbepflanzung im Frühling:

Narzissen, Tulpen, Hyazinthen, Vergissmeinnicht, Ranunkeln

Hornveilchen (Viola cornuta)

2. Das Garten-Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana) als Grabbepflanzung für den Frühling

Das Garten-Stiefmütterchen ist mit dem Hornveilchen verwandt, es handelt sich aber um eine Kreuzung aus drei anderen Viola-Arten, eine Kulturform, die es in der Natur nicht gibt. Der auffallendste Unterschied ist die deutlich grössere Blüte, die bei den grössten Hybridsorten bis 8 cm Durchmesser haben kann. Es gibt aber auch mittlere und kleinere Blütengrössen in diversen Farben und Formen. Ein kleiner Nachteil ist, dass die Blüten nicht so regenfest sind wie die der Hornveilchen. Bei anhaltend schlechtem Wetter macht sich das schon bemerkbar, auch weil die schweren Blütenköpfe dann vermehrt herab hängen. In Regionen mit viel Niederschlag kann es deshalb von Vorteil sein, für die Grabbepflanzung Hornveilchen den Vorzug zu geben. Das Garten-Stiefmütterchen eignet sich auch noch gut für die Pflanzung im Frühjahr. Wenn die Temperaturen allerdings langsam sommerliche Züge annehmen, ist seine Zeit langsam vorbei.
Empfehlenswerte Kombinationen für die Grabbepflanzung im Frühling:
Garten-Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana)

3. Das Gänseblümchen (Bellis perennis) als Grabbepflanzung für den Frühling

Das Gänseblümchen ist eine einheimische, zweijährige Staude mit einer guten Winterhärte, weshalb es häufig bereits im Herbst gepflanzt wird. Bei den in unseren Gärtnereien kultivierten Sorten handelt es sich um grossblütige, gefülltblühende Züchtungen. Diese Kultursorten haben so viele weisse, rosafarbene oder rote Zungenblüten, dass die gelben Röhrenblüten in der Mitte, die das für die Pflanzenfamilie typische Körbchen bilden, kaum noch sichtbar sind. Das Gänseblümchen liebt nährstoffreiche Böden. Es kommt auch mit Nässe recht gut zurecht, sofern es nicht gleichzeitig zu schattig ist. Die Blütezeit lässt sich durch das Entfernen von Verblühtem deutlich verlängern, sie dauert dann bis in den Sommer hinein.
Empfehlenswerte Kombinationen für die Grabbepflanzung im Frühling:
Tulpen, weisse Narzissen, weisse oder rosafarbene Hyazinthen, rosafarbenes Vergissmeinnicht
Gänseblümchen (Bellis perennis)

4. Das Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) als Grabbepflanzung für den Frühling

Das liebliche Vergissmeinnicht gehört zu den Raublattgewächsen und ist in Europa heimisch. Es handelt sich um eine sehr winterharte, zweijährige Staude mit einer unübertrefflichen Symbolik für Trauer, Abschied oder auch ewige Liebe. Das Vergissmeinnicht bevorzugt feuchte, nährstoffreiche und humose Böden. Während die Pflanzen im Herbst mit dem benötigten Pflanzabstand von 20 cm noch etwas verloren aussehen, schliessen sich die Lücken im Frühling durch das kräftige Wachstum ab Mitte März allmählich. Neben der Hauptfarbe Hellblau gibt es auch rosafarbene oder weisse Sorten. Blütezeit ist von April bis Juni.
Empfehlenswerte Kombinationen für die Grabbepflanzung im Frühling:
Tulpen, weisse Narzissen, weisse oder rosafarbene Hyazinthen, Hornveilchen, Stiefmütterchen, Schleifenblumen
Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)

5. Primeln (Primula vulgaris) als Grabbepflanzung für den Frühling

Primeln gehören zu den ersten Frühlingsboten und sind vorkultiviert bereits ab Januar voll aufgeblüht im Handel erhältlich. Diese farbenfrohe Versuchung führt dazu, dass auf vielen Gräbern bereits kurz nach der Schneeschmelze Kissenprimeln in Gefässen platziert werden. Wird es noch einmal empfindlich kalt, leiden die im warmen Gewächshausklima vorgezogenen Primeln natürlich empfindlich. Sehr beliebt sind Kissenprimeln auch für grosse Pflanzschalen zur Abdankung. Ausgepflanzt werden Kissenprimeln selten.
Empfehlenswerte Kombinationen für die Grabbepflanzung im Frühling:
Krokusse, Hornveilchen, Narzissen, Gänseblümchen, Vergissmeinnicht, Traubenhyazinthen, Mannsschild etc.
Primeln (Primula vulgaris)

6. Narzissen (Narcissus sp.) als Grabbepflanzung für den Frühling

Narzissen sind die beliebtesten Zwiebelblüher für die Anwendung auf Gräbern. Sie können von September bis Ende Oktober zwischen den krautigen Pflanzen eingesetzt werden. Sehr praktisch und deshalb verbreiteter ist aber das Aufhübschen mit Schalen, die man im zeitigen Frühjahr einfach im Kopfbereich des Grabes platziert. Das geht prima als Ersatz eines Wintergesteckes. So eingesetzt, strahlen sie mit ihrer unwiderstehlichen Farbe Zuversicht und Neubeginn aus. Diese Symbolik passt perfekt zum Thema Auferstehung der Ostertage, der Hauptblütezeit der grossen Osterglocken.
Empfehlenswerte Kombinationen für die Grabbepflanzung im Frühling:
Die kleinen ‚Tête-â-tête‘ eignen sich besonders zusammen mit Kissenprimeln und Hornveilchen. Höhere, einfach blühende Narzissen in Weiss sind besonders hübsch zusammen mit Gänseblümchen, Hornveilchen oder Vergissmeinnicht. Die grossen Osterglocken schliesslich, die meist mehr oder weniger gelb sind, lassen sich sehr hübsch mit Primeln, Hornveilchen, Stiefmütterchen oder Schöterich kombinieren.
Narzissen und Osterglocken (Narcissus sp.)

7. Lenzrosen (Helleborus orientalis) als Grabbepflanzung für den Frühling

Lenzrosen sind mit den Christrosen (Helleborus niger) verwandt. In der Grabbepflanzung werden sie immer beliebter. Das Hahnenfussgewächs stammt aus dem Balkan und weist eine gute Winterhärte auf. Lenzrosen blühen etwas später als die klassischen Christrosen. Sie sind ausgesprochen robust, fühlen sich im Halbschatten wohl und haben sich deshalb für die Frühlingspflanzung von eher schattigen Gräbern sehr bewährt. Die Pflanze bildet handförmig geteilte, ledrige Blätter und ist wintergrün. In den letzten Jahren sind immer wieder neue, noch schönere Hybridsorten gezüchtet worden. Ein kleiner Nachteil gegenüber den Christrosen ist, dass ihre Blüten etwas mehr nickend sind, besonders diejenigen der gefülltblühenden Sorten. Oft werden Lenzrosen im zeitigen Frühjahr als Solitär in grösseren Gefässen zwischen die aufblühenden Frühlingspflanzen gestellt. Auch für grosse Pflanzenschalen sind Lenzrosen sehr geeignet, da sie Höhe und Volumen erzeugen.
Empfehlenswerte Kombinationen für die Grabbepflanzung im Frühling:
Hornveilchen, Narzissen, Gänseblümchen, Mannsschild, Primeln, Lungenkraut, weisse Traubenhyazinthen, Schneeglöckchen, etc.
Lenzrosen (Helleborus orientalis Cultivars)

8. Der Goldlack-Schöterich (Erysimum x allionii) als Grabbepflanzung für den Frühling

Beim Goldlack-Schöterich handelt es sich um einen Kreuzblütler aus Südosteuropa. Er eignet sich aus mehreren Gründen sehr für die Grabbepflanzung: Die Pflanze ist robust, hat eine lange Blütezeit von April bis Juni, verzweigt je nach Sorte zum halbhohen Busch oder bleibt ein kompakter Zwerg und es gibt inzwischen diverse, sehr schöne Farben. Speziell bei einigen Sorten ist, dass die Blüten farblich changieren: Beim Aufgehen sind sie zum Beispiel gelb. Alternde Einzelblüten werden darauf lachsfarben und schliesslich hellviolett.
Empfehlenswerte Kombinationen für die Grabbepflanzung im Frühling:
Hornveilchen, Gänseblümchen, Mannsschild, kleine Narzissen, Primeln, Lungenkraut, weisse Traubenhyazinthen, etc.
Goldlack-Schöterich (Erysimum x allionii)

9. Tulpen (Tulipa Cultivars) als Grabbepflanzung für den Frühling

Tulpen haben ihren Ursprung in Zentralasien. Es gibt tausende von Sorten, das Farben- und Formenspektrum ist so enorm wie unübersichtlich. Dennoch haben es Botaniker geschafft, die Sorten anhand der Blütenform in 15 Gruppen einzuteilen, so zum Beispiel in einfachblühende, lilienblütige, gefranste, gefüllte usw.  
Tulpen, vor allem die feinen langstieligen, vermitteln Zartheit, Eleganz und Zuneigung. Viele Menschen lieben es, auf Gräbern Tulpengrüsse zu deponieren. Oft werden Schnitttulpen in den Friedhofvasen zum Grab gestellt. Länger halten in Schalen und Töpfen vorkultivierte Tulpen, die vorzugsweise im Kopfbereich von Gräbern platziert werden. Tulpen können natürlich im Herbst auch gepflanzt werden. Das bietet sich besonders an frischen, sonnigen Lagen an. Die Hauptblütezeit von Tulpen ist von April bis Mitte Mai.
Empfehlenswerte Kombinationen für die Grabbepflanzung im Frühling:
Gelbe oder weisse Tulpen mit hellblauem Vergissmeinnicht, violette Tulpen mit rosafarbenem Vergissmeinnicht oder rosa-weissen Hornveilchen, usw.
Tulpen (Tulipa Cultivars)

10. Hyazinthen (Hyacinthus orientalis) als Grabbepflanzung für den Frühling

Die Garten-Hyazinthen stammen aus dem nahen und mittleren Osten. Es handelt sich bei den grossblütigen, farbenfrohen Sorten natürlich um Züchtungen. Hyazinthen sind mehrjährige, winterharte Zwiebelblüher, die einen warmen, sonnigen Standort bevorzugen. Ihr Duft ist traumhaft! Die Hauptblütezeit ist im April.
Empfehlenswerte Kombinationen für die Grabbepflanzung im Frühling:

Rosafarbene Hyazinthen wirken traumhaft in einem Beet von rosa-weissen oder violett-weissen Hornveilchen. Auch mit crèmeweissen Stiefmütterchen wirken rosafarbene oder violette Hyazinthen bezaubernd. Ebenfalls ein schöner Hingucker: weisse und blaue Traubenhyazinthen, im Vordergrund, während dahinter – sozusagen einen Stock höher – die Garten-Hyazinthen auftrumpfen… Beliebt auf Gräbern ist auch die Kombination mit gelben Stiefmütterchen.

Kultur-Hyazinthen (Hyacinthus orientalis)